HERR
DER FLIEGEN / EXOTOPIE
Seit 1997 beschäftigt sich Carlos Medina mit William Goldings Roman
„Lord of the Flies" (Herr der Fliegen, 1954).In ihm stürzt ein Flugzeug
mit englischen Schulkindern auf einer einsamen Insel ab. Keiner der
erwachsenen Begleiter überlebt. Die Kinder versuchen sich eine neue
Ordnung zu errichten. Aber schon bald verfallen sie in archaische Barbarei
und Grausamkeit. Gouldings Analyse der Entstehung von Gewalt, wie Panik
und Aggression zivilisierte Menschen in brutale Bestien verwandeln können,
ist zeitlos und aktuell.
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Eine
erste Version des Stoff erstellte Carlos Medina mit einer Jugendgruppe
in Berlin-Pankow.
Ein Jahr später, 1998, inszenierte er „Lord of the Flies" erneut mit
den
Absolventen einer staatlichen Schauspielschule in Chile.
Dort lagdie grausame Vergangenheit der Pinochet-Diktatur noch in der
Luft.
Eine Vergangenheit, in der viele ihre Zivilisationsmaske fallen liessen
und zur äußersten Gewalt gegenüber ihren Mitbürgern fähig wurden.
So waren die Beteiligten vom Thema unmittelbar existenziell betroffen.
„El senor de las moscas" gelangte erst in Chile, danach in
Deutschland (Bremen, Berlin) zur Aufführung. Zwei Jahre später sollte
sich
Carlos Medina mit diesem Stofffes erneut auseinandersetzen.
Diesmal unter dem Titel: „EXOTOPIE"